Rezension: Einzig | Kathryn Evans*

19 Juni 2017

Rezension-Einzig-Kathryn-Evans-Buch-Blog-S-Fischer-Verlage-LifeofAnna-lovelylifeofanna
S. Fischer Verlage | Einzelband | Klappenbroschur | 368 Seiten | Thriller | Kaufen?

Worum geht es?


Stell dir vor, dein Leben dauert nur 365 Tage.
Danach übernimmt jemand anderes dein Leben: deine Clique, deinen Freund – alles, von dem du meinst, dass es einzig und allein dir gehört …
Die sechzehnjährige Teva scheint ein vollkommen normales Mädchen zu sein. Nicht einmal ihr beste Freundin Maddy oder ihr Freund Ollie ahnen, dass sie nicht ist, was sie vorgibt zu sein. Dass Teva sie anlügt, an jedem einzelnen Tag. Dass sie nur eine von vielen ist. Zu Hause warten ein Dutzend jüngere Versionen von ihr, für immer und ewig acht, neun oder zehn Jahre alt. Weggesperrt, nachdem sie 365 Tage lang so getan haben, als würden sie ein ganz normales Leben leben.

Teva ist nicht bereit, ihre Freiheit und ihre Freunde aufzugeben, doch ihre Zeit läuft langsam ab. Nummer Siebzehn wartet nur darauf, endlich an die Reihe zu kommen. Tee beschließt, dass es ein Ende haben muss. Sie wird kämpfen, koste es, was es wolle …

(Die Rechte am Klappentext liegen bei den S. Fischer Verlagen.) 

Meine Meinung:


Teva ist kein gewöhnliches 16-jähriges Mädchen. Sie ist die sechzehnte Version ihrer Selbst. Klingt verrückt? Ist es auch. Nach einem Jahr wächst aus der jeweils alten Teva eine neue heraus, die fortan ihr Leben übernimmt. Die alten Versionen von Teva müssen selbstverständlich im Haus bleiben, denn das Ganze ist ja nicht normal. Warum das alles passiert, weiß Teva nicht und ihre Mutter schweigt dazu. 
Ihr könnt euch vermutlich vorstellen, wie schwierig das für ein pubertierendes Mädchen ist. Wenn sogar der Freund und die beste Freundin merken, dass du irgendwie nicht du selbst bist, du aber nichts verraten darfst. Doch alles kommt noch viel komplizierter. Teva spürt die neue Version in sich heranwachsen und das viel zu früh. Zudem haben ihre "Schwestern" beschlossen, ein Wörtchen mitzureden und machen ihr die Hölle heiß. Doch Teva möchte nicht aufgeben. Sie wird kämpfen, koste es, was es wolle.

Anfangs war ich sehr skeptisch, in welche Richtung mich das Buch verschlagen würde. Wir starten direkt bei der Abspaltung der neuen Teva, sprich unserer Protagonistin, die wir das Buch über begleiten. Natürlich möchte man als Leser am liebsten sofort wissen, warum eine solche Abspaltung passiert, aber dafür müssen wir uns noch gedulden.
Zunächst einmal bekommen wir einen Einblick in Tevas Welt und ihren Alltag. Dieser ist von vielen Konflikten geprägt, da Teva sich selbst nicht gut annehmen kann und gleichzeitig ihre beiden Leben vereinbaren muss. Denn in der Öffentlickeit spielt Teva ihre Rolle und kann niemanden ins Vertrauen ziehen. So ist es natürlich kaum verwunderlich, dass der Leser die Rolle des Zuhörers einnehmen muss. Tevas Selbstmitleid, das in der ersten Phase des Buches doch wirklich beträchtlich ist, kann einem beim Lesen schon stark auf die Nerven gehen. 

Bis zu dem Moment, in dem Teva ihr Leben endlich in die Hand nimmt und die entscheidenen Nachforschungen anstellt. Was hier nun zu Tage kommt ist wirklich schaurig. Doch neben ihren Nachforschungen beginnt sie nun auch, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es für richtig hält. Das beinhaltet selbstredend auch eine Liebesgeschichte sowie enge Freundschaft. Teva wird zu einer Protagonistin, die sich nicht mehr alles gefallen lässt und das sorgt für erhebliche Spannung beim Lesen. Sie ist unberechenbar, der Leser bekommt teils nur Häppchen hingeworfen und muss bis zur vollständigen Auflösung sehsüchtig warten. 

Die Auflösung hat mir sehr gut gefallen und war auch sehr plausibel. Denn so komisch diese Abspaltung auch klingen mag, birgt das Buch keine Fantasy-Elemente. 
Ob Teva den Kampf gegen die heranwachsende neue Version von sich aufhalten kann, müsst ihr natürlich selber lesen. Mir persönlich hat das Buch, auch wenn es recht kurz ist, sehr gut gefallen und ich kann es euch ans Herz legen.

Fazit:


Spannende Geschichte über schaurige Machenschaften, innige Freundschaft, Familienbande und die Liebe. Ich vergebe vier von fünf Lesepunkten und lege euch "Einzig" hiermit wärmstens ans Herz.



* Diese Rezension ist in freundlicher Zusammenarbeit mit den S. Fischer Verlagen entstanden, die mir hierfür das Buch als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Vielleicht magst du auch Folgendes

0 Kommentare