Rezension: Rat der Neun - Gezeichnet | Veronica Roth*

30 März 2017

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cbt | Band 1 von 2 | Gebunden | 608 Seiten | Fantasy, Science Fiction | Kaufen?

Worum geht es?

In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherrschen, besitzt jeder Mensch eine besondere Lebensgabe, eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Doch nicht jeder profitiert von seiner Gabe …

Cyra ist die Schwester des brutalen Tyrannen Ryzek. Ihre Lebensgabe bedeutet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde einsetzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in seinen Händen: Sie ist stark und viel klüger, als er denkt.

Akos stammt aus einem friedliebenden Volk und steht absolut loyal zu seiner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefangen genommen werden, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, seinen Bruder zu retten und mit ihm zu fliehen, doch mächtige Feinde stehen ihm im Weg. Akos und Cyra müssen sich entscheiden: sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören …

(Die Rechte am Klappentext liegen bei cbt.)

Meine Meinung:

Akos lebt in einer Galaxie, in der jeder Mensch ab einem bestimmten Alter eine für seine Persönlichkeit passende Lebensgabe erhält. Diese Lebensgabe kann ganz verschiedene Ausprägungen erfahren, sodass eine Person keinen Schmerz mehr fühlen kann, eine andere keine negativen Gefühle aussprechen kann oder vielleicht sogar nur noch aus Schmerz besteht. Zusätzlich besitzen einige wenige ein Schicksal, dass zu ihrer Geburt bekannt wird. Dieses Schicksal hat verschiedene Wege, die jedoch auf dasselbe hinaus laufen. Diese Schicksale sind jedoch geheim. 
Als sie gegen alle Regeln plötzlich bekannt werden, sind die Schicksalsträger in Gefahr. 
Akos und sein Bruder werden von Ryzek, dem Oberhaupt des feindlichen Volkes gefangen genommen und dort für seine Zwecke missbraucht. 
Ryzek unterdrückt seine Schwester Cyra ebenfalls und benuzt sie als Waffe gegen die Feinde. Als Akos und Cyra aufeinander treffen, müssen sie entscheiden, ob sie einander unterstützen möchten oder miteinander untergehen. 

Zu Beginn startet der Leser recht schwierig in die Geschichte. Das World-Building ist sehr komplex, Veronica Roth holt weit aus, um dem Leser die Schauplätze und Systeme näher zu bringen. Dazu kommen einige recht schwere Namen, die man sich merken muss und es passiert leicht, die Charaktere durcheinander zu werfen. Hat man den schweren Einstieg jedoch erst einmal geschafft und die Strukturen verstanden, nimmt die Geschichte an Fahrt auf und den Leser gefangen. 
Veronica Roth hat eine Welt geschaffen, die in sich schlüssig wirkt und Lust auf mehr macht. 

Die Charaktere machen in dem Buch eine große Entwicklung durch. Es werden immer mal wieder Kapitel eingestreut, die die Vergangenheit der Protagonisten wiedergeben, um dem Leser deutlich zu machen, warum das Gefüge bzw. die Beziehungen zwischen den Charakteren so geartet sind. Dadurch wird einem einiges klarer und man kann viele Beweggründe deutlich besser nachvollziehen. 
Gerade Cyra fängt im Fortlauf der Geschichte an, sich häufig zu hinterfragen, ihre Handlungen zu überdenken und über sich hinaus zu wachsen. Die Entwicklung ist spürbar und vor allem sinnvoll. 
Auch Akos ist ein starker Charakter, dessen Selbstlosigkeit manchmal schon fast anstrengend ist, jedoch im Laufe der Zeit lernt, sich durchzusetzen und Dinge auch mal nur für sich zu machen. 

Die Bande, die sich zwischen Cyra und  Akos regen, sind zarte Fäden, die sich immer weiter weben, jedoch nie aufdringlich wirken und sich realistisch anfühlen. Man kann sagen, dass sich die Fäden dem Spannungsbogen anpassen. Die Spannung ist immer anwesend, zwängt sich dem Leser jedoch nicht auf. 
In diesem Fall ist das sehr angenehm, da man immer wieder dabei ist, die Charakteristika der geschaffenen Welt zu inhalieren, die Beziehungen zwischen den Clans zu verstehen und das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren. 

Veronica Roth schreibt sehr bildlich, sodass man sich die Galaxie relativ gut vorstellen kann. Das hilft ungemein, da die Welt, wie bereits erwähnt, sehr komplex ist.

Das Buch endet zudem mit einem relativ großen Cliffhanger, der überzeugen konnte und Lust auf Band zwei macht. 

Fazit:

Eine komplexe Welt, die zu Anfang den Einstieg erschwerte, im Nachhinein zum großen Pluspunkt wird und starke Charakter, die das Lesen zu einem Erlebnis machen. Durchaus auch ein Buch für alle die "Die Bestimmung" nicht mochten. Ich vergebe vier von fünf Lesepunkten und bin mehr als gespannt auf die Fortsetzung. 



* Dieser Beitrag erfolgte in freundlicher Zusammenarbeit mit dem cbt Verlag, der mir hierfür das Buch als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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2 Kommentare

  1. Hallo Andrea,

    Vielen Dank für deine Rezension! Jetzt habe ich endlich wieder ein wenig mehr Lust, dieses Buch zu lesen ;D Bis jetzt habe ich leider fast nur 2- bis 3-Sterne-Rezension gelesen, dabei habe ich mich im Vorfeld total auf das Buch gefreut. Das Problem ist nämlich auch, dass ich es als Rezensionsexemplar bekommen habe, mich jetzt aber seit Monaten nicht rantraue, da es so dick ist ...

    Alles Liebe,
    Laura.

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    1. Hallo Laura!

      Hab bloß keine Angst, dass Buch in die Hand zu nehmen! Es ist vielleicht nicht das beste, aber noch lange nicht schlecht. Für den Einstieg braucht man etwas, das ist aber auch schon alles, was mich gestört hat. Ansonsten ist es super und wie schln gesagt, ich finde es sogar besser als "Die Bestimmung". :)

      Liebe Grüße, Anna

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